dark collages
2019

Zeichnung
2021
Der Wind pfeift
Boutwell Schabrowsky Gallery München

mit Susanne Thiemann

2019
lost in shrubland
Aural Galería Alicante
Ausstellungsansicht "Der Wind pfeift" mit Flechtarbeiten von Susanne Thiemann/Boutwell Schwabrowsky Gallery 2020 und "Lost ind shrubland", Galería Aural, Alicante, 2019

Dark Collage ist eine 28-teilige Serie von Collagen (2017 -2019) in der Größe 40.0 x 30.0 cm, schwarzes Tonpapier mit Strichzeichnungen aus Kohle, Öl- und vereinzelt Buntstift. Die Arbeiten sind mit selbstgebautem Rahmen versehen.

dark collage 06, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 03, 40 x 30 cm, 2018

Auch wenn es keine feste Chronologie hierbei gibt, könnte man doch die Zeichnung eines abgenagten Apfels an den Anfang stellen. So manch einer mag nämlich an die Geschichte von Adam und Eva denken und den damit verbundenen Rausschmiss aus dem Paradies. Vorbei war’s mit dem Wattezeitalter.

Zitat von Marion von Schwabrowsky
dark collage 02, 40 x 30 cm, 2018

Judith Egger’s cartoon-artige Zeichnungen, die mit einer ordentlichen Prise vom legendären ‚dark humour‘ der Briten gewürzt sind, erzählen von dieser Kraft.
Es ist eine fortlaufende Serie, die 2018 begonnen wurde. Auch wenn es keine feste Chronologie hierbei gibt, könnte man doch die Zeichnung eines abgenagten Apfels an den Anfang stellen. So manch einer mag nämlich an die Geschichte von Adam und Eva denken und den damit verbundenen Rausschmiss aus dem Paradies. Vorbei war’s mit dem Wattezeitalter.
Umso besser: Denn damit hatte der Mensch seine Freiheit erlangt, um sich in die lustvolle Last des Lebens zu werfen und sein enormes Energiepotential zur Entfaltung zu bringen. Etwas von dieser strotzenden Kraft ist in die Zeichnungen von Judith Egger gefahren: Amorphe Massen schwellen, quellen und drängen in alle Richtungen, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Aber leicht haben sie’s nicht – geometrische Strukturen setzen dem Entwicklungsdrang der blähenden Lebensmasse ganz schön was entgegen. Sie geben die Richtung vor und halten die ungezähmt ‚live force‘ in Schach.


Ausstellungstext von "Der Wind pfeift" von Marion von Schwabrowsky
dark collage 01, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 04, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 23 und dark collage 28, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 05, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 10, 40 x 30 cm, 2017

Zugeben: Die Ur-Energie trägt etwas maßloses und ungezügeltes in ihrem Wesen, was zerstörerisch sein kann. Deshalb geht es ohne Kontrolle und lenkenden Strukturen nicht ganz. Ein gewisses Maß an Ordnung ist durchaus erstrebenswert. Aber ein Zuviel an Kontrolle und starren Regelvorgaben ist nicht förderlich. Es engt ein und vorbei ist’s mit der freien Entfaltung und Selbstverwirklichung. Kucken wir uns die lebendigen Schwellkörper von Judith Egger an: In ein Korsett gesteckt verlieren sie an ‚Saft‘ und Kraft.

dark collage 07, 40 x 30 cm, 2018

Etwas von dieser strotzenden Kraft ist in die Zeichnungen von Judith Egger gefahren: Amorphe Massen schwellen, quellen und drängen in alle Richtungen, um zu wachsen und sich zu entwickeln.

Zitat von Marion von Schwabrowsky
dark collage 08, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 09, 40 x 30 cm, 2018
dark collage, Animation, Ausstellungsankündigung, "Der Wind pfeift", 2021

Zugeben: Die Ur-Energie trägt etwas maßloses und ungezügeltes in ihrem Wesen, was zerstörerisch sein kann. Deshalb geht es ohne Kontrolle und lenkenden Strukturen nicht ganz.

Zitat von Marion von Schwabrowsky
dark collage 12, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 11, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 16, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 13, 40 x 30 cm, 2017
dark collage 14 und dark collage 20 , 40 x 30 cm, 2018

Aber ein Zuviel an Kontrolle und starren Regelvorgaben ist nicht förderlich. Es engt ein und vorbei ist’s mit der freien Entfaltung und Selbstverwirklichung.

Zitat von Marion von Schwabrowsky
dark collage 15, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 17 und dark collage 22, 40 x 30 cm, 2018

Die Kraft der lustvollen Last des Lebens verspürt man in unserer Gesellschaft immer weniger. Schon seit einiger Zeit rudern wir in Richtung einer Sicherheitsgesellschaft, die versucht, etwaige Risiken auszuklammern. Controlling-Systeme bieten Schutz und ohne Unterlass werden neue Optimierungsmöglichkeiten ausgetestet. Elan Vital sieht anders aus. Judith Egger beäugt aufmerksam diese Entwicklung, in der das Leben immer mehr konstruiert und kontrolliert, aber immer weniger gelebt wird. Die urwüchsige Natur und vom Menschen geschaffene Welt der Kultur triften immer weiter auseinander. Die Beobachtungen der Künstlerin fließen in Werke ein, die häufig von einer herrlichen Ironie getragen werden.

Zitat aus dem Ausstellungstext von "Der Wind pfeift" von Marion von Schwabrowsky
dark collage 24, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 19, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 18, 40 x 30 cm, 2018

Kucken wir uns die lebendigen Schwellkörper von Judith Egger an: In ein Korsett gesteckt verlieren sie an ‚Saft‘ und Kraft.

Zitat von Marion von Schwabrowsky
dark collage 25, 40 x 30 cm, 2018
dark collage 27, 40 x 30 cm, 2018

Judith Egger beäugt aufmerksam diese Entwicklung, in der das Leben immer mehr konstruiert und kontrolliert, aber immer weniger gelebt wird.

Zitat von Marion von Schwabrowsky
dark collage 21, 40 x 30 cm, 2018

Ausstellungen

2021
Boutwell Schabrowsky Gallery
Zeichnung
München
Deutschland
11.02 bis 20.03.2021
2019
Aural Galería
kuratiert von Laura Sánchez Serrano
Alicante
Spanien
04.05 bis 28.06.2019

Texte

2021
Der Wind pfeift: Judith Egger und Susanne Thiemann

Marion von Schwabowsky

Titel
Der Wind pfeift: Judith Egger und Susanne Thiemann
Art
Text
Herausgeber:in
Boutwell Schwabrowsky Gallery
Autor:innen

Marion von Schwabowsky

Erschienen
11-02-2021

Der Wind pfeift – das tut er an und ab und meistens ist das nicht gemütlich. Nichtsdestotrotz wissen wir, dass der Wind, wenn er erstmal pfeift, auch was Frisches mit sich bringt: Zeit die Segel zu setzen!
„Der Wind pfeift“ ist für uns ein passender Titel für die erste Ausstellung der „neuen“ boutwell schabrowsky gallery im noch jungen Jahr 2021. Und weil es ein außergewöhnliches Jahr bleiben wird, starten wir mit zwei außergewöhnlichen Künstlerinnen. Proudly presented: Judith Egger und Susanne Thiemann!

Susanne Thiemann wurde reichlich „Frischwind“ in die Wiege gelegt, nicht nur weil sie in Kiel, sondern weil sie mitten rein in die Kunst geboren wurde. Ihr Vater war der spätere Direktor des Ostwall Museums in Dortmund und ein Förderer der zeitgenössischen Szene: Allen Kaprow, der Vater der „Happenings“, Joseph Beuys, Agostino Bonalumi, Wolf Vostell und viele mehr gingen bei ihm ein und aus. Bei so viel Kunst um sich herum wollte Susanne Thiemann erst mal eigene Wege gehen. Sie begann eine Ausbildung zur Korbflechterin, die sie 1987 mit ihrer Meisterprüfung abschloss. Im selben Jahr eröffnete sie ihre eigene Werkstatt im Herzen von München, die sie bis heute betreibt.
Die Kunst war natürlich in all den Jahren nie weit weg, wenn auch eher ein Interessensgebiet. Das änderte sich aber vor knapp 20 Jahren, als sie aktiv ihr künstlerische Arbeit aufnahm und erste Skulpturen, Plastiken und Objekte in die Welt setzte, die Chris Dercon in ihrer inhaltlichen Dimension mit Werken von großen Künstlerinnen wie Eva Hesse oder Yayoi Kusama verglichen hatte.
Im Kern bringen Thiemanns Arbeiten ein starkes Lebensgefühl und eine konsequente Haltung zum Ausdruck.
Dazu gehört, dass sie von Anbeginn ihrer Karriere die traditionelle Trennung von angewandter Kunst und bildender Kunst einfach hinweggefegt hat. Indem all ihre Skulpturen und Objekte ausnahmslos mit der Hand geflochten sind, betont sie die Bedeutung, die ihre handwerkliche Ausbildung für sie hat: Sie ist das Fundament ihres täglichen „Tuns“ und muss damit in ihr Kunst einfließen, um authentisch zu sein. Und ganz klar… es ist für sie auch ein emanzipiertes Statement. Warum? Fakt ist nämlich, dass kunstgewerbliche Techniken nur zu gerne mit weiblichen Tätigkeiten assoziiert Ihr werden. Anders ausgedrückt: Frauen stricken, weben, knüpfen, flechten – Männer schaffen große Kunst. Das ist Schnee von gestern und Thiemann gehört zu der Generation, die damit aufgeräumt haben. Konventionen und Kategorisierungen sind dafür da, auf die Seite geschoben zu werden.

Kunstschaffen heißt für Susanne Thiemann Wertesysteme hinterfragen, Prinzipien auf die Probe zu stellen und Entscheidungen zu treffen. Und da spielt es nicht nur eine Rolle, „wie“ man arbeite, sondern auch mit „was“ man verarbeite: Wenn es um das Material geht, war es bei der Künstlerin „Liebe auf den ersten Blick“: Von Anfang an verarbeitet sie farbige Kunststoffschläuche, die in den 1960ern und 1970ern produziert wurden, um Sitzflächen von Stühlen und Liegen damit zu bespannen. Dieser „Rohstoff“ hat für die Susanne Thiemann eine persönliche Bedeutung, weil er mit ihrer eigenen Sturm-und-Dran-Zeit und dem damit verknüpft Lebensgefühl verwoben ist: Es war eine Zeit, in der revolutionäre Energie und Protest in der Luft lag. Eine junge Generation wollte raus an alten Denkmustern, um alternative Lebensentwürfe aus dem Boden zu stampfen. Die Kunst ist in dieser Zeit auch zu völlig neuen Horizonten aufgebrochen. Neue Materialien, neue Ausdrucksformen und neue Themen. Die Transformation war gewaltig.
Diese Offenheit und Experimentierfreude, die sie auf allen Ebenen in dieser Zeit erlebt hat, gehört bis heute zu Thiemanns Lebenseinstellung und damit zu ihrem künstlerischen Arbeitsprozess. Jede Ihrer Skulpturen oder Objekte ist „unberechenbar“, weil in ihnen eine gute Portion an Eigendynamik am Werk ist. Grund sind die elastischen Eigenschaften des Materials:  Gestützt werden die Skulpturen von einer „Wirbelsäule“ aus Eisen und partiell horizontal verankerten Platten. Zwischen diesen Platten, wo die Kunststoffschläuche keinen direkten Halt finden, sind es die Gesetze der Gravitation, die die „Formvollendung“ übernehmen. Thiemann schätzt diesen Grad an Kontrollverlust, weil es so wunderbar das Leben widerspiegelt. Wie heißt es so schön „Umso mehr man plant, um so berechenbarer wird der Zufall“. Thiemann nimmt die Dinge gerne so, wie sie kommen und das sollen ihre Werke auch widerspiegeln. Gut so! Denn die Rundungen und Wölbungen, die den Plastiken im Prozess des Werdens erwachsen, haben was ungemein Genüssliches an sich, wirken weich und haptisch. Man will sie einfach anfassen! Die Werke von Thiemann sind fast schon eigene Persönlichkeiten, die von einem kraftvollen Charakter geprägt sind: Egal ob sie stehen oder von der Decke hängen…sie sind ungemein präsent, nehmen den Raum ein, sind autonom, eigensinnig und individualistisch.
Mit ihnen vollführt die Künstlerin einen gekonnten Balanceakt, bei dem Gegensätze auf völlig harmonische Weise miteinander verwoben werden: Handwerk und Kunst, Organisches und Künstliches, Sinnlichkeit und Kalkül, Größe und Leichtigkeit, Üppiges und Reduziertes, Sinnliches und Bewusstes. Tja, Gegensätze ziehen sich eben an. Und dann ist Spannung im Spiel und Spannung ist das Gegenteil von lasch und lethargisch. Enough said!

‚Spannung‘ ist das Schlagwort, dass uns zu Judith Egger katapultiert. Schon allein ihre Ausbildung war von Gegensätzen geprägt: In Oberammergau studierte sie Holzbildhauer, um dann weiter nach London zu ziehen, wo sie Kunst, Design und Kommunikation studierte. Ihr künstlerisches Spektrum hat sie seitdem stetig erweitert: Es reicht von Performance über Video und Fotografie bis hin zu Comicbüchern, Keramiken, Objekte und Installationen …nicht zu vergessen: Zeichnungen. Hiervon zeigt die Galerie eine Auswahl aus der Serie „Dark Collages“.

Judith Egger ist wie ein System von Satelliten, die im Orbit um einen zentralen Themenschwerpunkt kreisen, nämlich „Energie“. Nicht irgendeine physikalische Einheit. Nein, die Ur-Energie interessiert sie. Diese pure Energie die alles, was existiert durchfließt. Diese Energie, die dem Leben die Initialzündung verpasst, damit es zu atmen beginnt.
Viele der ältesten Mythen kreisen schon im diese nicht fassbare und gewaltige Antriebskraft des Lebens. Sie erzählen vom Ursprung, an dem das „Weltenei“ stand, aus dem das gesamte Universum geboren wurde. Eines der ersten Wesen, das diesem kosmischen Ei entschlüpft sein solle, war ein Gott, der in der Welt viele Namen trägt. Die Griechen nannten ihn Eros und haben dem Lebensantriebs damit einen Namen gegeben.
Diese allumfassende, pure Energie fasziniert Judith Egger, weil sie in uns allen steckt und uns wie ein Motor antreibt.
Das vitale, schöpferisch-kreative, visionäre Element in uns erhält den nötigen Funken, um in die Welt zu treten.

Judith Egger’s cartoon-artige Zeichnungen, die mit einer ordentlichen Prise vom legendären ‚dark humour‘ der Briten gewürzt sind, erzählen von dieser Kraft. Es ist eine fortlaufende Serie, die 2018 begonnen wurde. Auch wenn es keine feste Chronologie hierbei gibt, könnte man doch die Zeichnung eines abgenagten Apfels an den Anfang stellen. So manch einer mag nämlich an die Geschichte von Adam und Eva denken und den damit verbundenen Rausschmiss aus dem Paradies. Vorbei war’s mit dem Wattezeitalter. Umso besser: Denn damit hatte der Mensch seine Freiheit erlangt, um sich in die lustvolle Last des Lebens zu werfen und sein enormes Energiepotential zur Entfaltung zu bringen.
Etwas von dieser strotzenden Kraft ist in die Zeichnungen von Judith Egger gefahren: Amorphe Massen schwellen, quellen und drängen in alle Richtungen, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Aber leicht haben sie’s nicht – geometrische Strukturen setzen dem Entwicklungsdrang der blähenden Lebensmasse ganz schön was entgegen. Sie geben die Richtung vor und halten die ungezähmt ‚live force‘ in Schach.
Zugeben: Die Ur-Energie trägt etwas maßloses und ungezügeltes in ihrem Wesen, was zerstörerisch sein kann. Deshalb geht es ohne Kontrolle und lenkenden Strukturen nicht ganz. Ein gewisses Maß an Ordnung ist durchaus erstrebenswert. Aber ein Zuviel an Kontrolle und starren Regelvorgaben ist nicht förderlich. Es engt ein und vorbei ist’s mit der freien Entfaltung und Selbstverwirklichung. Kucken wir uns die lebendigen Schwellkörper von Judith Egger an: In ein Korsett gesteckt verlieren sie an ‚Saft‘ und Kraft.
Die Kraft der lustvollen Last des Lebens verspürt man in unserer Gesellschaft immer weniger. Schon seit einiger Zeit rudern wir in Richtung einer Sicherheitsgesellschaft, die versucht, etwaige Risiken auszuklammern. Controlling-Systeme bieten Schutz und ohne Unterlass werden neue Optimierungsmöglichkeiten ausgetestet. Elan Vital sieht anders aus.
Judith Egger beäugt aufmerksam diese Entwicklung, in der das Leben immer mehr konstruiert und kontrolliert, aber immer weniger gelebt wird. Die urwüchsige Natur und vom Menschen geschaffene Welt der Kultur triften immer weiter auseinander. Die Beobachtungen der Künstlerin fließen in Werke ein, die häufig von einer herrlichen Ironie getragen werden. Ein schönes Beispiel sind ihre „Insektenhotels“. Inspirationsquelle waren die hiesigen Baumärkte in und um München. Verschiedene Modelle eines solchen sog. Insektenhotels können dort käuflich erworben werden. „Interessant“, befand Judith Egger, weil ihr hier eine gewisse Doppelbödigkeit ins Auge gesprungen ist. Da gibt es eine Vielzahl von Gärten wie wir sie gut kennen: Designer-Gartenmöbel, perfekt gepflegter Rasen, die Hecken gestutzt und die Qi-Gong-Ecke mit Buddha-Kopf gibt’s auch. Die ideale Bühne zum schicken chillen. Biodynamisch wird hier eine privat motivierte Flurbereinigung betreiben, in der sich Flora und Fauna nicht besonders wohlfühlen.  Und deshalb stellt man sich ein solches Insektenhotel in den Garten, um Wildbienen und Marienkäfer „Nisthilfen“ anzubieten. „Umweltschutz ist ‚in‘ und wir sind dabei“ ist die Devise. Da ist es natürlich ärgerlich, dass die meisten dieser Nisthilfen von den nützlichen Flug- und Krabbeltierchen gar nicht angesteuert werden, weil sie ihren natürlichen Bedürfnissen schlicht und ergreifend nicht entsprechen. Da hängt man sich lieber ein Windspiel in den Garten. Das bringt wenigstens die eigenen Chakra-Zentren in Balance und löst die „atmosphärische Spannungen“ – vielleicht zieht das fleißige Bienchen an. Wer weiß. Mittlerweile hat der Mensch ein verschrobenes Verhältnis zu sich und seiner Welt entwickelt.
Vor diesem Hintergrund ist die Werbeanzeig von Judith Egger für ihre Versionen eines Insektenhotels durch und durch mit Ironie zu verstehen.

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